Mentale Stärke im neuen Jahr: Ziele setzen, die Kindern guttun
- Sven Liewert
- 31. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Neues Jahr, neue Vorsätze? Für Erwachsene gehört das oft dazu. Doch wie sieht es bei Kindern aus – gerade im Sport? Braucht ein 9-jähriger Junge wirklich Jahresziele? Oder eine 10-jährige Torhüterin ein mentales Trainingsziel?
Die Antwort lautet: Ja – aber anders als bei uns Erwachsenen.
Denn Kinder erleben Motivation nicht über „Vorsätze“, sondern über Freude, Stolz und das Gefühl: Ich kann was bewegen! Mentale Stärke entsteht nicht durch Druck, sondern durch Ziele, die wachsen lassen – nicht kleinmachen.
Warum Ziele Kindern helfen (wenn sie richtig gesetzt sind)
Ziele geben Orientierung. Auch im Kinderfußball. Aber nur, wenn sie...
positiv formuliert sind („Ich will mehr trauen“ statt „Ich will keine Angst mehr haben“)
kindgerecht bleiben (realistisch und greifbar)
aus eigenem Antrieb kommen (nicht von Mama, Papa oder Trainer diktiert)
konkret und erlebbar sind (z. B. „In jedem Spiel will ich einen Rückpass spielen“)
Ein Ziel wie „Ich werde Top-Torjäger“ bringt wenig, wenn es Frust statt Mut erzeugt. Besser: Verhaltensziele statt Ergebnisziele. Also: Was will ich auf dem Platz TUN, statt was soll am Ende RAUSKOMMEN?
Typische Ziele, die Kindern guttun
Hier ein paar Beispiele, wie Ziele kindgerecht und motivierend formuliert sein können:
Zieltyp | Beispiel | Wirkung |
Mut-Ziel | „Ich traue mich, nach Ballverlust dranzubleiben“ | Fördert Selbstwirksamkeit |
Team-Ziel | „Ich lobe nach jedem Tor meinen Mitspieler“ | Stärkt Verbindung & Kommunikation |
Fehler-Ziel | „Wenn ich einen Fehler mache, tippe ich 2x den Ball und mache weiter“ | Entstresst und trainiert Resilienz |
Technik-Ziel | „Ich probiere im Spiel 2x meinen schwachen Fuß einzusetzen“ | Fördert Entwicklung ohne Druck |
Fokus-Ziel | „Ich versuche beim Einwurf sofort bereit zu stehen“ | Trainiert Achtsamkeit & Spielintelligenz |
Wie Eltern Kinder beim Ziele setzen unterstützen können
Kinder brauchen keine Zielcoaches. Aber sie brauchen aufmerksame, zugewandte Erwachsene, die ihnen zuhören, Fragen stellen – und nicht vorsagen, was sie zu wollen haben.
So funktioniert’s in 3 Schritten:
Fragen stellen statt Vorgaben machen
– „Was würdest du gern in deinem Spiel ändern oder ausprobieren?“
– „Gab es einen Moment, auf den du stolz warst?“
Stärken spiegeln
– „Du hast dich beim letzten Spiel richtig mutig reingehauen – was könnte dein nächster Schritt sein?“
Regelmäßig erinnern, ohne zu drängen
– Vor dem Spiel: „Weißt du noch, was du dir vorgenommen hattest?“
– Nach dem Spiel: „Wie lief’s mit deinem Ziel? Willst du dranbleiben oder was ändern?“
Ziele brauchen Rituale – sonst verpuffen sie
Kinder lieben Wiederholungen. Wenn ein Ziel zu einem kleinen Ritual wird, bleibt es lebendig. Hier ein paar einfache Ideen:
Powerpose vor dem Spiel: Körperhaltung bewusst aufbauen → Ziel innerlich sagen → Anstoß
Fehler-Routine: Bei Fehler → Ball tippen + tief atmen → weiterlaufen
Trainingskarte: Ein Kärtchen (z. B. im Schuhfach) erinnert ans aktuelle Ziel
Zieltagebuch: Kurze Einträge: Heute war ich stolz auf... / Nächstes Mal versuche ich...
Was Ziele NICHT sein sollten
Ziele sollen stärken – nicht stressen. Vermeide deshalb:
🚫 Leistungsdruck („Du musst jetzt mehr Tore machen!“)
🚫 Fremdbestimmung („Trainer will, dass du mehr Zweikämpfe machst“)
🚫 Vergleiche („Der Max hat viel mehr Tore geschossen“)
🚫 Negativformulierungen („Keine Fehler mehr!“)
🚫 Belohnung für „Erfolg“ (z. B. Geld für Tore – das verschiebt die Motivation nach außen)
Fazit: Mentale Stärke beginnt mit dem richtigen Ziel
Ziele sind keine Pflicht, sondern eine Einladung. Eine Einladung an Kinder, ihr eigenes Spiel zu gestalten – mit Stolz, Freude und innerer Motivation. Wenn du deinem Kind dabei hilfst, Ziele zu formulieren, die aus ihm selbst kommen, hast du schon einen großen Beitrag zur mentalen Stärke geleistet. Denn wer weiß, wohin er will, kann mutiger loslaufen.
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